Gesetzliche Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine der fünf Säulen im System der Deutschen Sozialversicherung.
Schon heute sind über 2,1 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig, Tendenz stark steigend.
Bis zum Jahr 2030 soll diese Zahl durch den demografischen Wandel in Deutschland auf ungefähr 3,4
Millionen Menschen ansteigen. Wie fast alle Zweige der gesetzlichen Sozialversicherungen steht die
Pflegeversicherung damit vor einem gewaltigen Problem. Immer mehr Leistungsempfänger stehen immer
weniger Beitragszahler gegenüber, die das System finanzieren sollen.

Pflegeversicherung Beitragssatz 2011

Versicherungspflichtig in der gesetzlichen Pflegeversicherung sind alle Menschen, die gesetzlich
krankenversichert sind, auch freiwillig Versicherte Angestellte, die über der Versicherungspflichtgrenze
verdienen.

Der Beitragssatz in der gesetzlichen Pflegeversicherung beträgt 2010 und 2011 insgesamt 1,95% vom
Bruttoeinkommen, aufgeteilt jeweils zur Hälfte auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Kinderlose Arbeitnehmer
müssen seit dem Jahr 2005 einen Zuschlag in Höhe von 0,25% zahlen, an dem sich der Arbeitgeber
nicht beteiligen muss.

Einzige Ausnahme ist hier das Bundesland Sachsen. 1996 haben sich – mit Ausnahme von Sachsen – alle
Bundesländer auf die Abschaffung eines gesetzlichen Feiertages, des Buß- und Bettages geeinigt, um damit
die Arbeitgeberbelastung durch die gesetzliche Pflegeversicherung auszugleichen. In Sachsen müssen
durch den zusätzlichen Feiertag die Arbeitnehmer höhere Kosten in der gesetzlichen Pflegeversicherung
übernehmen. In Sachsen beträgt der Arbeitnehmeranteil 1,475% gegenüber einem Arbeitgeberanteil von
nur 0,475%. Der Zuschlag für Kinderlose gilt auch in Sachsen, so dass Kinderlose hier mit insgesamt
1,725% belastet sind.

Personen, die privat krankenversichert sind, müssen sich über ihre private Krankenversicherung für den
Pflegefall absichern. Die Leistungen sind denen in der gesetzlichen Pflegeversicherung angepasst.

Gesetzliche Pflegeversicherung – Die Leistungen

Schon heute bietet die gesetzliche Pflegeversicherung nur eine Art Grundabsicherung. Die Leistungen
der gesetzlichen Pflegeversicherung decken nur die reinen Pflegeleistungen ab, nicht jedoch sog.
“Hotelkosten” für die Unterbringung im Pflegeheim. Wer als Pflegefall nicht seinen Kindern zur Last fallen
möchte, sollte überlegen, rechtzeitig mit einer privaten Pflegezusatzversicherung vorzusorgen.

Die Höhe der Leistungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung unterscheidt sich je nach Art der
notwendigen Pflege, ob ambulant oder stationär, professioneller Pflegedienst oder Laienpflege. Darüber
hinaus hängt die Höhe der Leistung von der festgestellten Pflegestufe ab.

 

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

 

Ab 1.1.2011

Ab 1.1.2012

ambulant

 

 

Pflegestufe 1

440

450

Pflegestufe 2

1040

1100

Pflegestufe 3

1510

1550

Härtefall

1918

1918

stationär

 

 

Pflegestufe 1

1023

1023

Pflegestufe 2

1279

1279

Pflegestufe 3

1510

1550

Härtefall

1825

1918

Pflegegeld

 

 

Pflegestufe 1

225

235

Pflegestufe 2

430

440

Pflegestufe 3

685

700

 

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