Pflegestufen

Pflegestufen I II III in Pflegestufen

Pflegestufe - Der Hilfebedarf ist entscheidend

Wer durch Krankheit oder Unfall pflegebedürftig wird, kann oftmals
die einfachsten Dinge nicht mehr selbst erledigen. Wie stark jemand im
Alter eingeschränkt ist, wird in einem Gutachten durch den medizinischen
Dienst der gesetzlichen Krankenkassen (MDK) festgestellt. Je nach
Schweregrad der bestehenden Einschränkungen in verschiedenen Bereichen
wird in nach Pflegestufe I (erheblich pflegebedürftig), Pflegestufe II
(schwer pflegebedürftig) und Pflegestufe III (schwerstpflegebedürftig)
unterschieden. Pflegebedürftigkeit besteht im Sinne des §14 Sozialgesetzbuch
bei Menschen, die aufgrund körperlicher, geistiger oder seelischer Krankheiten
bzw. Behinderungen für Verrichtungen des täglichen Lebens in erheblichem
Maß Hilfe benötigen. Der Hilfebedarf muss auf Dauer bestehen, mindestens
für die nächsten sechs Monate.

Der benötigte Hilfebedarf wird in vier verschiedenen Lebensbereichen ermittelt:

  1. Körperpflege (z.B. Waschen, Baden, Duschen, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Darm- oder Blasenentleerung)
  2. Ernährung (beispielsweise das mundgerechte Zubereiten oder die Nahrungsaufnahme selbst)
  3. Mobilität (z.B. selbstständiges Aufstehen, Zu-Bett-Gehen, An- und Ausziehen, Treppensteigen
  4. hauswirtschaftliche Versorgung (z.B. Kochen, Einkaufen, Reinigung, Abspülen o.Ä.)

Die Zuordnung der Pflegestufen I bis III richtet sich nach dem benötigten Hilfebedarf

Pflegestufe I (erhebliche Pflegebedürftigkeit)

Erhebliche Pflegebedürftigkeit nach Pflegestufe I liegt vor, wenn die pflegebedürftige Person mindestens einmal
täglich auf Hilfe in mindestens zwei der Bereiche Körperpflege, Ernährung oder Mobilität angewiesen ist und gleichzeitig
mehrmals in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt.

Der Hilfebedarf muss in Pflegestufe I im Durchschnitt mindestens 90 Minuten pro Tag betragen, wobei davon
mindestens 45 Minuten auf den Bereich der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) entfallen müssen.

Pflegestufe II (Schwere Pflegebedürftigkeit)

Schwere Pflegebedürftigkeit nach Pflegestufe II liegt vor, wenn die pflegebedürftige Person mindestens dreimal
täglich zu verschiedenen Tageszeiten auf Hilfe in den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität angewiesen ist und
darüber hinaus mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt.

Der Hilfebedarf muss in Pflegestufe II im Durchschnitt mindestens 3 Stunden pro Tag betragen, wobei davon mindestens
2 Stunden auf den Bereich der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) entfallen müssen.

Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftigkeit)

Schwerstpflegebedürftigkeit nach Pflegestufe III liegt dann vor, wenn die pflegebedürftige Person täglich rund um
die Uhr (auch Nachts) auf Hilfe in den Bereichen Körperpflege, Ernährung oder Mobilität angewiesen ist und zusätzlich
mehrmalig in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt.

Der Hilfebedarf muss in Pflegestufe III im Durchschnitt mindestens 5 Stunden täglich betragen, wobei davon mindestens
4 Stunden auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) entfallen müssen.

Pflegestufe 0

Etabliert hat sich zusätzlich der Begriff Pflegestufe 0 oder Pflegestufe Null, welcher allerdings nicht offiziell gebraucht wird.
Informationen dazu finden Sie unter Pflegestufe 0.

Bildquelle: Anja Wichmann / Gerd Altmann Pixelio

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