Vorsorge für den Pflegefall

Vorsorgevollmacht in Vorsorge für den Pflegefall

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung & Co

Jeder sollte versuchen, für den möglichen Fall der Pflegebedürftigkeit
vorzusorgen. Zum einen natürlich finanziell (z.B. mit einer privaten
Pflegezusatzversicherung), zum anderen aber auch was die Pflegeumstände
und die Organisation anbelangt.

 

 

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie sich auf den Fall vorbereiten, dass Sie selbst durch eine schwere
Erkrankung nicht mehr entscheidungs- oder handlungsfähig sind, beispielsweise nach einem schweren Schlaganfall.
Im Rahmen einer Vorsorgevollmacht, haben Sie die Möglichkeit eine dritte Person zu bevollmächtigen gewisse Dinge
für Sie zu regeln bzw. zu entscheiden, falls Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Eine Vorsorgevollmacht
kann sich dabei auf unterschiedliche Bereiche erstrecken, z.B.:

  • Regelung von finanziellen Angelegenheiten, z.B. Verwaltung von Bankkonten und sonstigen Vermögenswerten
  • Bestimmung des Aufenthalts, z.B. Auswahl eines geeigneten Pflegeheims (Aufenthaltsbestimmungsrecht)
  • Entscheidungen für oder gegen ärztliche Behandlungen, z.B. die Frage ob im Falle eines Hirntods weitere
    lebenserhaltende Maßnahmen erfolgen oder ob “die Geräte abgestellt werden sollen”

Tipps für die Vorsorgevollmacht:

Versuchen Sie, die Vorsorgevollmacht so eindeutig wie möglich zu formulieren. Es ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben
eine Vorsorgevollmacht notariell beglaubigen zu lassen, allerdings kann genau das später sehr hilfreich sein, um die
Echtheit der Vorsorgevollmacht zu belegen. Es lohnt sich daher in aller Regel, ein paar Euro in die notarielle Beglaubigung
der Vorsorgevollmacht zu investieren. Überprüfen Sie die Vorsorgevollmacht von Zeit zu Zeit und überlegen, ob die
Inhalte noch passen oder ob Anpassungen notwendig sind. Lassen Sie die Überprüfung der Vorsorgevollmacht von Zeit
zu Zeit von einem Zeugen mit Ort und Datum bestätigen, damit kein Zweifel an der Aktualität Ihrer Wünsche besteht.

Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung kann Teil einer Vorsorgevollmacht sein und gibt Aufschluss darüber, welche ärztlichen
Maßnahmen vom Verfasser gewünscht sind und welche nicht gewünscht sind. So können Sie zum Beispiel regeln,
inwieweit Sie lebenserhaltende Maßnahmen wünschen, ob Sie künstlich ernährt werden möchten o.Ä..

Versuchen Sie genau zu beschreiben, in welchen Fällen die Patientenverfügung Anwendung finden soll (z.B. nur
bei Feststellung einer unheilbaren, zwangsläufig tödlich verlaufenden Krankheit o.Ä.) und was genau Sie geregelt
haben möchten. In einer Patientenverfügung können Sie auch angeben, ob Sie bereit sind im Falle Ihres Todes
Organe zu spenden.

Betreuungsvollmacht

Wer aufgrund eines Unfalls oder krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen für sich selbst zu treffen,
für den kann vom Vormundschaftsgericht ein “Betreuer” bestellt werden. Auch für diesen Fall können Sie schon heute
Vorsorge treffen, indem Sie eine Betreuungsvollmacht erstellen. Sie haben so die Möglichkeit, dem Vormundschaftsgericht
für den später möglichen Fall einer Betreuung vorzuschlagen, von welcher Person Sie gerne betreut werden möchten.

Das Vormundschaftsgericht prüft später allerdings noch, ob die angegebene Person überhaupt selbst “geeignet” ist,
um die Betreuungsaufgabe zu übernehmen.

Ganz allgemein sollte sich jeder ab einem gewissen Alter Gedanken darüber machen, für später vorzusorgen. Die
Möglichkeiten dazu sind gegeben. In jedem Fall sollten Sie juristischen Rat einholen, wenn Sie eine Vorsorgevollmacht,
eine Patientenverfügung oder eine Betreuungsvollmacht aufsetzen möchten.

Bildquelle: Gerd Altmann Pixelio

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